Wer bist du? Und was machst du hier? Weißt du, wohin es geht? Was wissen wir wirklich?
Fragen sind oft Herausforderungen. Sie fordern heraus, sie nehmen keine Rücksicht auf Befindlichkeiten. Sie können lang und kompliziert oder kurz und bündig sein. Und manchmal scheint die einfachste Frage eine Menge Zeit, Schweiß oder Tränen zur Beantwortung zu brauchen.
Das Filmprogramm Responses! gibt nicht einfach nur vorgefertigte Antworten. Filmschaffende beschäftigen sich mit der Frage nach Response-Ability, der Fähigkeit zu antworten, und nehmen uns dabei die Verantwortung nicht einfach so ab. Wer ist denn eigentlich verantwortlich? Eine wichtige Frage, die sich in den verschiedenen hier gezeigten Filme nicht immer eindeutig beantworten lässt.
Wer ist etwa verantwortlich für ein Kind, für das sich niemand mehr verantwortlich fühlt? Wer ist dafür zuständig ein Begräbnis ohne Hinterbliebene zu organisieren? Wie sorgt man für das Wohlergehen von Gefangenen? Und wenn der Fahrstuhl blockiert ist, wer macht sich dann auf den Fehler zu beheben? Diese und weitere Fragen begegnen uns in Responses!
Oft stehen Leben in ihrer Einfachheit im Mittelpunkt. Da entstehen Situationen, die uns als Menschen fast allen begegnen können: Krieg, Mutterschaft, Tod, Liebe, Freundschaft. Jede dieser Fragen kann nicht einfach unbeantwortet stehen bleiben. Und doch sind sie nicht ganz einfach so zu beantworten. Die Filme im Programm lassen offen, ob etwa die Antworten der Protagonisten richtig oder falsch sind, ob es ein richtig und falsch in diesen Situationen überhaupt geben kann. Sie bewerten nicht – sie beobachten. Sie machen die Fragen zugänglich, ohne Urteile zu fällen. Es verbleibt unsere Ver-Antwort-ung.
Wir sind dank dieser Kurzfilme aufgefordert uns selbst auf die Suche nach neuen Antworten – und neuen Fragen – zu begeben.